Geschichte des Museums
Gründungsphase und erste Gehversuche (1985–1986)
Die Initialzündung für das Museum war der Wunsch von Walburga Edeling-Teves, den historischen Taufstein der Hochstädter Kirche, der sich damals im Historischen Museum Frankfurt befand, zurückzuholen. Am 12. November 1985 wurde der Verein „Heimatmuseum Maintal e.V.“ von 34 Personen gegründet. Bereits im Januar 1986 fand die erste Ausstellung im Rathaus Bischofsheim statt, bei der unter anderem der Dörnigheimer Wetterhahn von 1914 – das spätere Markenzeichen des Vereins – und der als Leihgabe zurückgekehrte Taufstein gezeigt wurden
Die Suche nach einem Standort und Konzeptstreit (1987–1991)
In den Folgejahren suchte der Verein nach einer festen Bleibe und entwickelte das Konzept eines „Ersten Deutschen Apfelweinmuseums“, da der Apfelwein als ortstypischer Schwerpunkt identifiziert wurde. Die Stadtverwaltung unter der damaligen Kulturdezernentin Priska Hinz stand diesem Plan jedoch skeptisch gegenüber und forderte stattdessen eine wissenschaftlichere Aufarbeitung der Geschichte aller vier Stadtteile sowie eine pädagogisch-didaktische Ausrichtung. 1991 beschloss die Stadtverordnetenversammlung schließlich, dem Museum lediglich das Obergeschoss des alten Pfarrhauses in Hochstadt (Hauptstraße 9) zur Verfügung zu stellen, während das Erdgeschoss für die Stadtbücherei vorgesehen war; damit war das ursprüngliche Konzept eines reinen Apfelweinmuseums hinfällig.
Rückschläge und die „Ruhephase“ (1991–1994)
Ein schwerer Rückschlag erfolgte im Dezember 1991, als der Magistrat kurzfristig entschied, das bereits für das Museum vorgesehene Pfarrhaus zur Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. Der Verein wurde ausquartiert, woraufhin die aktive Arbeit an einem städtischen Museum ab Februar 1992 offiziell ruhen gelassen wurde, da die angebotenen Ausweichquartiere in Wachenbuchen als unzureichend empfunden wurden. Trotz dieser Pause blieb der Verein durch Exkursionen, Vorträge und die Teilnahme an Jubiläumsfeiern wie der 1200-Jahr-Feier Dörnigheims präsent.
Renovierung in Eigenleistung und Eröffnung (1994–1997)
Nachdem die Flüchtlinge ausgezogen waren, begann 1994 die Planungsphase für den Umbau des stark abgewohnten Gebäudes. Der Verein übernahm massive Eigenleistungen bei der Renovierung, darunter das Abschlagen von Fliesen, das Einreißen von Wänden sowie Maler- und Schleifarbeiten. Trotz langwieriger Diskussionen über Mietverträge und Brandschutzauflagen konnte das Museum schließlich während des Hochstädter Rathausfestes am 24. Mai 1997 offiziell eröffnet werden.
Das „Lebendige Museum“ (1997 bis heute)
- Thematische Vielfalt: Die Dauerausstellung umfasst unter anderem ein Handwerkszimmer, eine Küche, eine Apfelwein-Gaststube und ein Archiv.
- Sonderausstellungen: Es fanden zahlreiche Sonderschauen statt, beispielsweise zu Puppenhäusern (1997), historischen Brillen (1998), dem „Struwwelpeter“ (2005) oder zur Limes-Forschung (2010).
- Aktivitäten: Neben dem Museumsbetrieb organisiert der Verein regelmäßige Studienfahrten, Stadtführungen und nimmt an Veranstaltungen wie der „Nacht der Musen“ teil.
Im Jahr 2010 feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen und blickte auf eine Bilanz von über 46 Ausstellungen und 52 Studienfahrten zurück. Das Museum wird bis heute rein ehrenamtlich von den Vereinsmitgliedern getragen.